My Definition of Volunteering

I am a volunteer. This is the line I recite when people ask what I do here. For many people, this answer can only be followed up by the question of where my money comes from. Who pays you? Well, I answer, that is not so much the point of this but no, the schools do not pay me. It’s a programme mostly financed by the German state and by fundraising. Ah, okay.

End of conversation.

For many of you, the payment factor would define my current situation well enough. For many, the money is at the core of the whole activity. You volunteer, so you do not get paid. That is a simple enough definition for something that is by all means not simple. It is one of the most complex identities I have tried on and given a twirl in. Volunteering for me means offering and acting from conviction.

Step 1: Believe in a matter. Step 2: Give what you have to offer.

That, again, is over-simplified. What do we volunteers have to offer? We all come from different backgrounds, we have different interests and skills and thus different qualities to interweave into our work here. There are two things, however, that we can all invest: our time and our heartfelt interest. Starting with the interest, I have to say that it is hard to fake interest when it comes to volunteering. What lies ahead are weeks, months, maybe even years of working for someone or something, and the biggest reward is seeing something flourish which you are truly interested in. This also brings up the question of time. Those weeks and months are time, your time, which you give up, time which you wrap in a ribbon of work and participation, which you sprinkle with enthusiasm and hand over with a big smile to a matter which you care about. This is my time. I could be doing anything, truly anything, with that time. I could be continuing my studies, I could be working, for all I know I could be hibernating – but I am here, and I consciously chose to be here. I am giving the most valuable thing everyone has: lifetime. You cannot reclaim it, you cannot whip out a receipt and take the occupation back to the store two weeks later, deciding you didn’t like the way you spent your time.

But oh, I see you pulling faces at the thought of me painting myself in such bright colours. By all means, volunteering is not selfless. It is not. While giving my time and my interest, my set of skills and everything I can bring to the table, I receive so much in return. Of course, the standard answer would be experience. I also receive impression, I receive people I begin to care about, dearly. I receive knowledge, and every time I enter the school I receive a big smile, a wave, a hug, or an excited “profe”.

Instead of asking for money, we should be asked for the reward. Because what really pays off are the memories I make, the mental pictures I take, and the feeling of fulfilment when someone thanks me for the work I do, the help I offer, the interest, and the time I give.


Ich bin eine Freiwillige. Das ist der Satz, den ich aufsage, wenn ich gefragt werde, was ich hier mache. Für viele Leute kann diese Antwort nur mit der Frage gekontert werden, woher denn mein Geld komme. Wer bezahlt dich? Naja, sage ich, das ist zwar nicht Sinn der Sache aber nein, die Schulen bezahlen mich nicht. Das ist ein vom deutschen Staat und von Spenden finanziertes Programm. Ah, okay.

Ende der Konversation.

Für viele von euch ist die Bezahlung der Faktor, der meine jetzige Situation am besten definiert. Für viele steht das Geld im Mittelpunkt der Aktivität. Du machst einen Freiwilligendienst, also bekommst du kein Geld. Das ist eine stark vereinfachte Definition für etwas, was bei aller Liebe nicht immer so einfach ist. Es ist eine der komplexesten Identitäten, die ich je anprobiert und ausgeführt habe. Freiwilligenarbeit für mich heißt geben und handeln aus Überzeugung.

Schritt 1: Glaube an eine Sache. Schritt 2: Gib, was du zu bieten hast.

Das wiederum ist erneut stark vereinfacht. Was haben wir Freiwilligen zu bieten? Wir kommen alle von unterschiedlichen Hintergründen, wir haben unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten und deswegen unterschiedliche Merkmale, die wir in unsere Arbeit hier einbringen können. Es gibt jedoch zwei Dinge, die wir alle investieren können: unsere Zeit und unser ehrliches Interesse. Wenn man mit dem Interesse anfängt, muss ich sagen, dass es schwierig ist, Interesse beim Freiwilligendienst vorzutäuschen. Was vor dir liegt sind Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre an Arbeit für jemanden oder etwas, und die größte Belohnung ist es, wenn man etwas aufblühen sieht, an dem man wirklich interessiert ist. Das wirft also auch die Frage nach der Zeit auf. Diese Wochen und Monate sind Zeit, deine Zeit, die du abgibst, Zeit, welche du in eine Schleife aus Arbeit und Mitwirkung wickelst, welche du mit Enthusiasmus besprenkelst und mit einem großen Lächeln der Sache, die dir wichtig ist, übergibst. Das ist meine Zeit. Ich könnte alles Mögliche, was auch immer, mit dieser Zeit machen. Ich könnte mit meinem Studium weitermachen, ich könnte arbeiten, soweit ich weiß könnte ich auch einen Winterschlaf halten – aber hier bin ich nun mal, und ich habe mich bewusst dazu entschieden, hier zu sein. Ich verschenke die wertvollste Sache, die man haben kann: Lebenszeit. Du kannst sie nicht zurück verlangen, du kannst keinen Kassenbon hervorzaubern und die Beschäftigung im Laden zwei Wochen später eintauschen, weil du doch nicht so zufrieden damit bist, wie du deine Zeit ausgegeben hast.

Aber oh, ich sehe schon, wie ihr eure Gesichter verzieht, weil ich mich in so schillernden Farben male. Wirklich, Freiwilligenarbeit ist nicht selbstlos. Ist es einfach nicht. Dadurch, dass ich meine Zeit und mein Interesse anbiete, meine Fähigkeiten, und alles, was ich so mitbringe, bekomme ich so viel zurück. Natürlich wäre die Standardantwort Erfahrung. Ich bekomme aber auch viele Eindrücke, ich bekomme Menschen, die sehr lieb gewonnen habe. Ich erhalte Wissen, und jedes Mal, wenn ich die Schule betrete, bekomme ich ein breites Lächeln, ein Winken, eine Umarmung oder ein aufgeregtes „profe“.

Anstatt nach der Entlohnung zu fragen, sollte man nach der Belohnung fragen. Denn was sich wirklich lohnt sind die Erinnerungen, die ich sammle, die mentalen Bilder die ich mache, das erfüllende Gefühl, wenn sich jemand bei mir für meine Arbeit, für meine Arbeit, für mein Interesse und für meine Zeit bedankt.

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