The Half-Time Slump

I am at the point that I can say that I have spent half a year here in Cali when someone asks me about my voluntary year. Half a year marks the time frame when locals don’t only regard you as a traveller too lazy to move on, but as somewhat valuable for their community. When involved in small talk with a stranger they might even nod approvingly. And yet having been here half a year is not only a positive thing. A good friend of mine called it “the half-time slump”, and she got it spot on. Let me try and paint you the picture of what my half-time feels like.

If we compared this year to a football game, now would be when the players, exhausted from giving their best the first 45 minutes, drag themselves into the locker rooms and get the motivational talk by their coach. The spectators oftentimes have the feeling that there is still more potential, that the team has not made the most of it – but just as well, there are still 45 more minutes to turn it around. So here I am in the locker room, looking at the last time, somewhat drained by all of the energy I have put into the project so far. There are the triumphs and there is the progress; but there are also the numerous setbacks and the frustration of feeling that you still haven’t exploited your full potential. Part of me wants to run out on the pitch and give 120%. The other part would happily lie on the bench in the locker room, close my eyes and wait for it to be over.

How ungrateful is she? If that is one of the questions you are asking now, I shall continue to explain. A few weeks back we had our half-time seminar which we used to evaluate our time here, to talk about our problems and talk about what lies ahead with a coordinator from Germany. We were 10 people in total and spent some time in Cali and some in Medellín, also discussing local and global politics and listening to each other’s perspectives. It was an amazing time, but somehow talking about our future and seeing that reaching out our hands, our fingertips can nearly reach the end of this stay, opened a little bridge in our minds. Until now, the way back to Germany was a mythical journey. It is a path that we cannot take right now, and thus in our heads we kept the key locked away and concentrated on the here and now. When our coordinator got on the plane back, she tore a hole into the mythical wall we have built in front of the bridge’s entrance. My friend Lea tore another hole into it when she left to go to Germany today. It was a decision that had been made months ago and it wasn’t a novelty; but that someone should follow so soon over that bridge made us wonder: what would it be like to be on the other end right now?

Pair this feeling with a mountain of work and a slight anxiety of what exactly will happen after this year and you have me lying face down on that bench. As if to make a point, my body decided to place me in bed the last two days with tonsillitis. My witty body living my bench metaphor to the fullest. Now that I am somewhat better, I will use my new energy to start the warm-up phase again, to do the last sprint in the face of the finish line. It would be a 5 month sprint though, so maybe you will find me standing gasping for air on the sidelines. I am certainly not lacking the determination, but it takes more energy than expected to escape this slump. But I am very grateful for all of the support I receive, and the beautiful thing is that with every encouraging word I have received from my friends so far, I have moved up and found the spark again. All that’s left for me to say in this post then is: Thank you.


Ich bin gerade an dem Punkt, an dem ich sagen kann, dass ich über ein halbes Jahr hier in Cali verbracht habe, wenn mich jemand nach meinem Freiwilligenjahr fragt. Das halbe Jahr markiert den Zeitrahmen, in dem die Einheimischen dich nicht mehr als faulen Reisenden ansehen, der einfach nicht vom Fleck kommt, sondern als einigermaßen nützlich für die Gemeinschaft. Wenn man jetzt mit einem Fremden Small Talk führt und erzählt, dass man schon über ein halbes Jahr da ist, nickt er vielleicht sogar anerkennend. Und trotzdem ist die Halbzeit nicht nur eine positive Sache. Eine gute Freundin nannte es das „Halbzeittief“ und sie hat es sehr gut getroffen. Ich versuche euch jetzt zu erklären, wie sich die Halbzeit für mich anfühlt.

Wenn wir jetzt dieses Jahr mit einem Fußballspiel vergleichen, wäre jetzt der Zeitpunkt, wenn die Spieler sich vollkommen erschöpft in die Umkleide schleifen und sich dort die Motivationsrede ihres Trainers anhören. Die Zuschauer haben oftmals das Gefühl, dass es noch mehr Potential gibt, dass das Team nicht alles rausgeholt hat – aber naja, es gibt ja noch 45 Minuten um das Spiel zu drehen. Hier bin ich also in der Umkleide und schaue auf die vergangene Zeit, ein bisschen erschöpft von all der Energie, die ich bisher in das Projekt gesteckt habe. Es gab Erfolge und Fortschritt; aber es gab auch einige Rückschläge und die Frustration, dass man vielleicht noch nicht sein volles Potential ausgeschöpft hat. Ein Teil von mir will zurück auf das Spielfeld rennen und 120% geben. Der andere Teil wäre ganz glücklich hier auf der Umkleidebank, die Augen geschlossen und einfach auf den Abpfiff warten.

Wie undankbar ist sie? Falls das eine der Fragen ist, die du grade stellen willst, lass mich eben weiter erklären. Vor ein paar Wochen hatten wir unser Zwischenseminar, welches wir mit unserer Koordinatorin aus Deutschland dazu nutzten, unsere Zeit hier zu evaluieren, über unsere Probleme zu reden und über das, was jetzt noch kommt. Wir waren insgesamt 10 Leute und verbrachten einige Zeit in Cali und in Medellín, während welcher wir auch lokale und globale Politik diskutierten und uns die Sichtweisen der anderen anhörten. Es war eine tolle Zeit, aber irgendwie öffneten die Gespräche über die Zukunft und das Gefühl, dass man das Ende unseres Aufenthalts fast schon mit den Fingerspitzen berühren könnte, wenn man sich streckt, eine kleine Brücke in unseren Köpfen. Bis jetzt war der Weg zurück nach Deutschland eine mythenhafte Reise. Es ist ein Pfad, den wir noch nicht einschlagen können, und deshalb schließen wir den Schlüssel in unseren Köpfen verschlossen und konzentrieren uns auf das Hier und Jetzt. Als unsere Koordinatorin zurück in den Flieger stieg, riss sie ein kleines Loch in die mythische Wand, die wir vor den Brückeneingang gebaut hatten. Meine Freundin Lea riss ein weiteres Loch in die Wand als sie sich heute auf den Weg nach Deutschland machte. Diese Entscheidung stand schon seit einigen Monaten fest und es war nichts Neues; aber irgendwer so schnell danach über diese Brücke folgen soll ließ uns überlegen: wie ist es auf der anderen Seite der Brücke gerade?

Verbinde dieses Gefühl mit einem Haufen Arbeit und der leichten Sorge, was genau nach diesem Jahr passieren soll und du findest mich bäuchlings auf der Bank. Als wollte mein Körper etwas beweisen ließ er mich die letzten zwei Tage im Bett mit einer Mandelentzündung verbringen. Mein geistreicher Körper lebt meine Bankmetapher komplett aus. Jetzt, wo es mir etwas besser geht, werde ich meine neugewonnene Energie dazu benutzen um das Aufwärmen zu beginnen, um den letzten Sprint vor der Ziellinie hinzulegen. Es wäre jedoch ein fünfmonatiger Sprint, also werdet ihr mich vielleicht auch mal am Spielfeldrand nach Luft ringend finden. Mir fehlt nicht die Überzeugung, aber es bedarf doch mehr Energie als gedacht, diesem Tief zu entrinnen. Aber ich bin sehr dankbar für die Unterstützung die ich bekomme, und das wundervolle daran ist, dass ich mit jedem ermutigendem Wort, welches ich von meinen Freunden bekomme, mich immer weiter nach oben bewege und den Funken wiederfinde. Alles, was jetzt noch in diesem Post gesagt werden muss, ist: Vielen Dank.

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